Ich habe kein eigenes Auto und bin auf die Bahn angewiesen, wenn ich privat oder beruflich unterwegs bin. Und natürlich ärgert mich jede Verspätung oder Ausfall eines Zuges. Dennoch freue ich mich, dass das Arbeitsgericht Mainz das Streikverbot für die Lokführer aufgehoben hat. Ich bin zwar kein großer Freund von Gewerkschaften, aber im aktuellen Fall kann ich die Verärgerung der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) verstehen. Zwar sind die geforderten ca. 30% mehr Lohn natürlich unrealistisch und für die Bahn auf einen Schlag nicht finanzierbar, aber wenn man sich die momentanen Gehälter der Lokführer ansieht, ist die Forderung durchaus verständlich.

Das Einstiegsgehalt eines Lokführers liegt bei 1970€. Das ist einfach unanständig! Diese Menschen tragen Verantwortung für das Leben von mehreren hundert Fahrtgästen und sollten entsprechend auch anständig bezahlt werden. 2500€ sollte das Einstiegsgehalt schon mindestens betragen! Das geht vielleicht nicht auf einmal, aber dann muss die Bahn das eben über mehrere Jahre kontinuierlich anheben. Ich verstehe die Lokführer und hoffe, dass die Bahn diesen ein faires Angebot macht und so dann auch wieder die Fahrgastbeförderung gesichert ist. Herr Mehdorn, Sie sind am Zug! Handeln sie fair und zügig!

5 Kommentare

Gravatar Marcel schrieb am 14. Juli 2007 um 20:22 Uhr:

Wieso sollten 30% Lohnerhöhung für Lokführer für die Bahn nicht finanzierbar sein? Milliardenschwere Luxus-Bahnhöfe sind ja auch finanzierbar.

Alternativ könnten natürlich Lokführer natürlich – ähnlich wie man das in Russland kennt – nebenbei noch schwarz als Taxifahrer arbeiten und dann nach einer Nachtschicht im Taxi den ICE steuern.

Es ist nur eine Frage, wo man die Prioritäten setzt.

Gravatar Markus schrieb am 14. Juli 2007 um 21:26 Uhr:

Wenn solche übertriebenen Forderungen realisiert würden, wird das zu 100% auf die meiner Meinung nach sowieso schon überzogen teueren Fahrpreise umgelegt. Weil Bahnfahren so teuer ist, fahre ich keine Bahn (mehr). Und ich bin sicher nicht der Einzige der so denkt.
Lokführer sind nicht die Einzigen Menschen die Verantwortung tragen.

Ich fordere von der Bahn angemessene Fahrpreise! Um dies umzusetzen können ja gern die Manager auf einen Teil ihrer Spitzengehälter verzichten. => Umverteilung

Gravatar Marcel schrieb am 14. Juli 2007 um 21:43 Uhr:

Das Problem ist vor allem, dass das Management das Geld erst an der einen Stelle mit vollem Händen zum Fenster hinauswirft – der unsinnge Lehrter Bahnhof hat über eine Milliarde Euro gekostet – und dann an der anderen Stelle erzählt, es sei kein Geld da. Aber auch das stimmt nicht – die Bahn ist dank hoher Fahrpreise und dem gesetzlichen Verbot von nationalem Omnibusverkehr profitabel wie nie zuvor. Ökologisch wertvoll ist die Bahn allerdings nicht besonders.

Es gibt viele gute Gründe, die dafür sprechen, Lokführer anständig zu bezahlen. Die Argumente dagegen entlarven sich hingegen allzu schnell als Placebos.

Gravatar Markus schrieb am 14. Juli 2007 um 21:51 Uhr:

Die Bahn als ökologisch nicht sinnvoll zu bezeichnen, halte ich als nicht begründete, waghalsige, politisch inkorrekt, unangebrachte und leicht zu falsifizierende Behauptung. Mit solchen Aussagen wäre ich an deiner Stelle sehr vorsichtig!
(Beispiel) 200 Menschen in der Bahn vs. 200 Menschen in jeweils einem eigenen Auto!

Wäre es preislich erschwinglich, würde ich ausschließlich Bahnfahren.

Gravatar Marcel schrieb am 14. Juli 2007 um 22:08 Uhr:

Im Vergleich zu PKWs schneidet die Bahn sicherlich gut ab. Im Verglich zu Omnibussen sieht der Vergleich aber schon ganz anders aus.

Vergleiche mal 200 Personen in der Bahn gegenüber 200 Personen in Omnibussen, da ist der ökologische Vergleich gar nicht mehr so vorteilhaft für die Bahn. Eindeutig ist die ökologische Vorteilhaftigkeit der Bahn da nicht mehr.

Im Gegenteil, da bedarf es schon einiger Kunstgriffe in der Berechnung und Interpretation des Ergebnisses, um die Bahn da immer noch als vorteilhaft darstellen zu können. Die Werte für den Omnibusverkehr auf Langstrecken in Deutschland sind allerdings auch hypothetisch, da er in Deutschland weitgehend verboten ist.

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